MatchMy.Team ist eines meiner jüngeren Softwareprojekte. Dieses Baby war zwar nicht geplant - ist aber von Anbeginn mein kleiner Liebling.
Dahinter steckt sogar eine Geschichte:
Einst arbeitete ich an einer Software für Mitarbeitervernetzung - bei einer Firma namens Mystery Minds GmbH. Die Idee fand ich sofort cool: persönliche Begegnungen in Unternehmen durch regelmäßige Treffen, die zufällig stattfinden.
Die edle Mission dahinter:
Wir machen die Arbeitswelt mit jeder persönlichen Begegnung ein Stück menschlicher und lebenswerter.
Das Web ist perfekt für eine solche Aufgabe geeignet. Wenn es darum geht, Menschen miteinander zu verbinden, glänzt das Web als plattformunabhängiges Medium einfach.
Jedenfalls arbeitete ich später in einer anderen Firma und empfahl die Software von Mystery Minds aktiv weiter. Ich zeigte dem Management die Produktseite von Mystery Coffee und stellte ihnen das Konzept vor.
Die Leute dort waren begeistert von der Idee und sahen sofort den Wert einer solchen Lösung für die mentale Gesundheit und den Zusammenhalt der über 200 Mitarbeiter.
Auf der verregneten Autofahrt nach Hause entstand dann die Idee zu MatchMy.Team.
Ich stellte mir eine Plattform vor, die auch für kleinere Betriebe zugänglich ist - nicht nur für Großkonzerne.
Sie sollte ohne langwierigen Salesprozess und ohne Jahresverträge auskommen.
Und sie sollte skalierbar sein. Eine SaaS Software, die interessant ist - sowohl für den Mittelstand als auch für multinationale Konzerne.
Und sie sollte sich auch On-Premise betreiben lassen - für Unternehmen, deren Daten das eigene Haus nicht verlassen dürfen. Oder für solche, die tiefere Anpassungen brauchen und ihren Mitarbeitern eine ganz persönliche Vernetzungsplattform anbieten möchten.
MatchMy.Team entstand ausschließlich nebenberuflich - und wird auch so betrieben und weiterentwickelt.
Diese Randbedingung wirkte wie ein Katalysator. Sie machte Wartbarkeit zum wichtigsten Qualitätsmerkmal der Plattform und zwang mich zu einem sauberen, direkten Ansatz. Das erlaubt mir heute unter anderem, MatchMy.Team kostengünstig und fast wartungsfrei zu betreiben.
MatchMy.Team konzentriert sich aktuell auf einen einzigen Anwendungsfall: das zufällige Matching. In diesen einen Programm-Typ habe ich viel Sorgfalt gelegt. Umfangreiche automatisierte Tests sichern alle wichtigen Vitalfunktionen der Software.
Die Architektur ist offen für weitere Programm-Typen wie Mentoring, Peer Learning oder thematische Matches.
Neben Wartbarkeit achtete ich auch sehr auf Bedienbarkeit und Zugänglichkeit.
Mit MatchMy.Team wollte ich zeigen, dass für gute Enterprise-Software nicht zwingend ein Entwickler-Team notwendig ist.
Für mich ist MatchMy.Team der Beweis - hochwertige Software muss weder initial übermäßig teuer sein - noch muss sie in Betrieb und Weiterentwicklung massenhaft Ressourcen verschlingen.
Alles steht und fällt mit der richtigen Softwarearchitektur - und mit der Softwarequalität. Ein paar Zahlen dazu — sie zeigen auch, wie groß das System eigentlich ist:
| Metrik | Okt 2025 | Feb 2026 |
|---|---|---|
| Zyklomatische Komplexität (⌀) | 2,82 | 3,29 |
| Zeilen Code | 2.702 | 5.441 |
| Klassen | 76 | 136 |
| Methoden pro Klasse (⌀) | 3,39 | 3,68 |
| Lack of Cohesion (⌀) | 2,07 | 2,07 |
MatchMy.Team hat mir nicht nur bewusst gemacht, dass ich ein solches Projekt stemmen kann - es ist auch das erste und bisher einzige Projekt, das ich persönlich vermarkte.
Als leidenschaftlicher Entwickler steckt man allzu gerne seinen Kopf in den Code oder ins Terminal. Und mit jedem Monat in dieser Welt aus Frameworks, Datenbankeinträgen und Infrastruktur wächst die Vorstellung davon, die Welt da draußen sei genauso gespannt auf den Tag der Veröffentlichung.
MatchMy.Team hat mir gezeigt, dass eine tolle Software alleine nicht genügt, um damit am Markt anzukommen.
Es ist zwar ein wunderbarer Vorteil, selbst Software entwickeln zu können, für die normalerweise ganze Teams, viel Zeit und ein großes Budget benötigt werden. Aber von selbst wird eine Software nicht bekannt. Egal wie hochwertig, wartungsarm und flexibel das Endprodukt auch sein mag.
Immerhin ist MatchMy.Team fertig geworden und marktreif. Ich durfte an diesem Projekt wachsen - als Entwickler und als Architekt.
Jetzt habe ich die Chance, mich auf eine für mich ganz neue Art weiterzuentwickeln. Durch MatchMy.Team erschließen sich mir nun zwei neue Welten: Marketing und Verkauf.
Der Schritt fällt mir diesmal leichter, weil die Idee validiert ist. Somit bin ich motivierter denn je, dabei zu helfen, die Arbeitswelt Stück für Stück etwas menschlicher und lebenswerter zu machen.
Ich bin sehr dankbar dafür, diesen Beitrag leisten zu dürfen. Darauf freue ich mich riesig und ich bin gespannt, was diese Reise noch bereithalten mag.